Telefonieren hilft
Ethisches Handeln kann auch in Schlüsselbranchen funktionieren – zumindest wollen das die Macher von Schwarzfunk beweisen. Mit ihren Handy-Tarifen telefoniert man nicht nur günstig, sondern spendet jeden Monat aufs Neue.
Die kreative Kombination aus mobiler Kommunikation mit Social Business beschrieb Schwarzfunk Geschäftsführer Thorsten Falger im Gespräch mit thinkdock.
„Gutmobil“ heißt das Produkt und ist seit rund 3 Monaten am Markt. Dabei können die Kunden sowohl Flat- wie auch Minutentarife wählen – letzte für 8 Cent pro Minute in alle Netze und einer monatlichen Gebühr von 1,95 Euro.
Doch die Wahl des Tarifs ist nicht alles. Jeder, der mit Gutmobil telefoniert, hilft mit 3 Euro monatlich einem Hilfsprojekt seiner Wahl. Derzeit wählen die Kunden aus mehr als 10 Projekten – von sozialen Projekten in Deutschland bis hin zu Aktionen in Krisengebieten. Dafür wird die Spende jeweils monatlich mit der Rechnung eingezogen.
Am Anfang von Gutmobil stand die Überlegung, warum Social Business nicht auch in einer Branche wie der Telefonindustrie funktioniert. Fairtrade, so Falger, habe gezeigt, dass es für ethisches Wirtschaften einen Markt und eine Nachfrage gibt. Aufgrund ihrer Erfahrungen in der Telekommunikation konnten sie zügig entsprechende Tarife für das D 2-Netz bekommen. Die Tarife seien auch deshalb so günstig, betonte Falger, weil Gutmobil komplett auf Marketing und hohe Händlerprovisionen verzichtet.
Nur wie verknüpft man einen guten Marktpreis mit ehtischem Handel? Die Antwort liegt in der monatlichen Rechnung. Eine freiwillige Spende wird gleich mit abgebucht, für die Empfänger eine verlässliche Einnahmequelle. Ein weiterer Vorteil der Rechnung: Sie ist ein Rückkanal zum Kunden, durch den weitere Informationen gespielt werden können.
Über Nutzerzahlen möchte Falger derzeit nicht reden – dann schon lieber über künftiges Wachstum. Dass sollen vor allem Unternehmen sicherstellen, die bereits CSR-Strategien umsetzten. Über eine Nachfrage kann sich Gutmobil derzeit schon freuen: Hilfsorganisationen, die eine verlässliche Art des Fundraising haben wollen.
Kunden hingegen generiert Gutmobil derzeit eher durch Mundpropaganda. „Schließlich haben unsere Kunden eine Geschichte zu erzählen, die sie mit einer normalen Prepaid-Karte nie erzählen würden“, erklärt Falger.
Social Media ist derzeit für die Macher von Gutmobil eher eine Methode, sich darzustellen. Facebook, Twitter und Co. als ein aktives Vertriebstool zu nutzen, soll erst später umgesetzt werden. All zu lange sollte Falger und sein Team nicht warten – schließlich könnte Gutmobil ein Paradebeispiel werden, wie ein mobiles Produkt, kombiniert mit einem Social Business-Aspekt durch Social Media erfolgreich kommuniziert und vertrieben wird.



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